Schweigeretreat des Centre Qi Gong

im Kloster Notre Dame de Reinacker

Als Technischer Redakteur ist Kommunikation mein Beruf.
Neben dem Schreiben mehr oder weniger technischer Dokumente, sind Interviews gerade meine Hauptarbeit.
Ein schöner Job, aber manchmal anstrengend.

Viele von uns haben einen sehr kommunikativen Beruf, eine große Familie und alle möglichen Sorgen, die immer wieder den Dialog mit anderen, Kompromisse, ständige Neuplanungen und die starke Fokussierung auf Ziele von uns fordern.

Um so besser, wenn man aus der einen oder anderen Mühle für ein paar Stunden aussteigen kann.
Was gibt es da Besseres als ein Qi Gong Retreat, bei dem geschwiegen wird an einem Ort, an dem Schweigen und innere Einkehr gelebt wird.

Bernhard hat seine Professionalität mal wieder eindrücklich unter Beweis gestellt. Die Reihenfolge der Übungen und Meditationen waren fein aufeinander abgestimmt.  Am ersten Tag wurde alles Wichtige erklärt und ab dem ersten Abend konnte man nur noch schweigen und genießen.

Jeden Tag wurden die Bewegungen leichter, die Wiederholungen erschienen sinnvoll, auf einige Übungen habe ich richtig gewartet und fand das dann nur gut.
Selbst die Meditationsteile haben gepasst und ich hab mich wenigstens nicht gewehrt 😉.

Immer wieder konnte ich beim Üben in mich hinein hören;
schmeckt das, was ich da gerade tue, was hindert mich am Genuss, wie bekomme ich eine Bewegung so hin, dass sie von selber funktioniert?
Ich konnte vergleichen, korrigieren, übertreiben, weniger machen, bis jede Bewegung gepasst hat.

2006 habe ich bei Bernhard mit Qi Gong angefangen, habe eine Qi Gong Lehrerausbildung absolviert und war ziemlich eng mit dem Centre Qi Gong verbunden.
Nach etlichen Jahren habe ich entschieden, mich ein bisschen mehr zu bewegen und hänge seither mehr am Tai Chi der Master Ding Academy und deren Möglichkeiten.

Das Retreat war ein willkommener Anlass für mich, „mein“ Qi Gong mal wieder kritisch und in aller Stille unter die Lupe zu nehmen.
Schließlich habe ich das alles auch bei Bernhard gelernt.
Einiges ist dazu gekommen, manches ist einfacher geworden und im Großen und Ganzen sind wir uns ähnlicher als früher – eine gute Erkenntnis.

Leider hat sich nach Unterrichtsende am Abend niemand mehr zum Üben eingefunden. Auch im Übungsraum des Klosters Reinacker ging vor ein paar Jahren selten mal vor halb zehn Uhr Abends das Licht aus.
Aber das waren wohl andere Kurse zu anderen Zeiten und so war es auch gut.
Ich konnte im Dämmerlicht und großer Gelassenheit noch bisschen Tai Chi üben, was bei der täglichen Vorbereitung dann auch fast wie von selber lief.

Vielen Dank für den großen Aufwand im Vorfeld, die Inhalte auf die TeilnehmerInnen abzustimmen, die Organisation, die Gelassenheit und Perfektion im Unterricht – es war eine rundherum gelungene Woche.

Qi Gong hinter dicken Klostermauern, meistens im Nebel