Master Ding in Karlsruhe am 13. und 14. Mai 2017

Der mittlerweile seit zwölf Jahren stattfindende TaiChi-Kurs mit Master Ding ist für mich immer ein Wiedersehen mit vielen alten Freunden und Begleitern. Ich bin schon Tage vor dem Kurs gespannt, wer sich dieses mal wieder alles sehen lässt und wie sich das TaiChi der Freunde verändert hat.
So ein bisschen frage ich mich auch, was wohl der x-te offene Workshop in Karlsruhe an neuen Erkenntnissen bringen kann.
Und wir sind das erste Mal zu dritt, zwei Teilnehmer des Waiblinger TaiChi-Kurses sind dabei. Mal sehen, wie es ihnen in der guten alten Turnhalle der Karlsruher Nebeniusschule gefällt.

Also beginnen wir unter Bernhards Anleitung mit entspanntem Stehen, Basisübungen und dem gemeinsamen Laufen der „Foundation Form“ und die Süddeutsche „MDA-Familie“ war wieder beieinander.
Sifu John Ding läuft sofort durch die Reihen der Stehenden und bringt die eine oder andere Korrektur an und ich bin begeistert von der Präsenz des Meisters von der ersten Minute an.

Der erste Tag bringt wieder jede Menge „Basics“ in neuem Licht, unterschiedliche „Spiralübungen“ werden mit den TaiChi Grundbewegungen kombiniert und wie immer sollen wir die Bewegung aus der Körpermitte steuern.
Die Beispiele sind vielfältig und so ist auch für jedes Unterrichtslevel etwas dabei.
Ein kurzer Blick über die Schulter und ich sehe meine beiden Mitstreiter beim Üben, die Energie fließt, alles ist gut.

Wir lernen Verwurzeln und gleichzeitiges Ausdehnen des Oberkörpers an praktischen Beispielen und es gibt, wie immer bei diesen Kursen, erfreulich viele und unterschiedliche Übungspartner.

Karlsruhe geizt nicht mit schönem Wetter, in der Pause kann man außen sitzen oder im nahe gelegenen Biergarten essen gehen. Es ist alles wie immer und das ist auch mal gut so.

Sehr schön wird am Ende des ersten Tages nochmals der Unterschied zum Kampfsport herausgearbeitet.
In der Form, wie wir unser TaiChi praktizieren, taugt es wenig zum Kampfsport. Wir arbeiten an unserer Aufrichtung, verbessern das Körpergefühl in der Bewegung und das Gefühl für den Übungspartner. So werden unsere Techniken immer effizienter und exakter in der Ausführung.
Um das Ganze zum „Kung Fu fähigen Kampfsport“ auszubauen, müssten wir viel mehr und intensiver üben. Ich behaupte mal, selbst mit sieben Tage Training in der Woche wäre es sehr schwer möglich, TaiChi als echte innere Kampfkunst zu betreiben.
Wenn ein besseres Lebensgefühl das Ziel unseres TaiChi ist, erscheint die innere Kampfkunst auch nicht mehr ganz so wichtig.

Der zweite Kurstag stand im Zeichen von Korrekturen und jeder Menge Anwendungen zu dem am Samstag Gelernten. Zum „Muttertag“ kamen erwartungsgemäß weniger TeilnemerInnen ( immerhin 25 ), so hatten wir Verbliebenen mehr von Sifu John Ding und mehr Zeit für wenige und sehr intensive Übungen.

Ich konnte mal wieder meine Haltung beim „Knie streifen“ korrigieren lassen,
die Stellung der Arme und die Spirale beim „An“ (Schieben) hat auch eine schöne Korrektur erfahren
und ich habe viel gleichzeitiges Aufrichten, Drehen und Verwurzeln geübt.

Die beiden Tage waren wieder ein rundum gelungener Kurs mit vielen Anregungen für den eigenen Unterricht.
Vielen Dank an die Organisatoren, hoffentlich reicht es uns auch im kommenden Jahr wieder zu einem „Karlsruhe-Event“.