Ein Qi Gong – Frühlingstag in Belgien

Der Frühling ist eine gute Jahreszeit, um mit ein paar Übungen beginnen, die sich mit der Energie um uns herum beschäftigen.
Die stärker werdende Kraft der Sonne und das allgegenwärtige Wachstum regen uns ja auch zum Ausprobieren von Neuem und zum Ausdehnen unserer Grenzen an.

Umso besser, wenn man es dabei mit ein paar Spezialisten in Sachen „Energie-Arbeit“ zu tun hat, welche die Fähigkeit und die Geduld besitzen, komplexe Abläufe im Körper einfach darzustellen, in einfache Übungen einzubauen und diese Inhalte verständlich weiterzugeben.

Sensitivity Training

Lupo startet mit einem einfachen Bild und ein paar echten Wohlfühlübungen.
Das Bild zeigt die feste Birne, die doch braune Flecken bekommt, wenn man sie zu sehr drückt. Daneben steht der Reissack, sehr flexibel aber ohne Struktur. Das Stehaufmännchen symbolisiert das Feste und das Flexible in Einem, außerdem lächelt es.
Die Übungen haben es nebenher noch in sich, setzen geduldige Partner voraus, die sich aufeinander und auf den Effekt der Partnerübung einlassen. Dann schließt er mit einem typischen Vorher- Nachher-Erlebnis, das alle Anwesenden so richtig bei dem Übungstag ankommen lässt.
Ich bin immer wieder verblüfft, wie Lupo es schafft eine Gruppe ganz unterschiedlicher, lediglich neugieriger Menschen mit wenigen aber sehr gut initiierten Bewegungen innerhalb einer Stunde auf einen solchen Tag vorzubereiten. Sicher hätten die meisten von uns gerne noch ein zwei Stündchen weiter mit der eigenen und der Sensibilität des jeweiligen Übungspartners gespielt und so einiges Neue über die eigene Körperstruktur bei einfachen Bewegungen gelernt.

Qi Gong – Frühlüngsübungen

Völlig aufgerichtet, geerdet, mit entknoteter Wirbelsäule und entspannten Schultern ging es dann zwei Tassen Tee später weiter mit Ellen’s „Frühlingsübungen“.
Da unsere Körper inzwischen entspannter waren, konnte der Geist auch wieder Anregungen vertragen und so begannen wir ganz sanft mit bewusstem Gehen.
Es tut gut, mal wieder die Hüften zu lockern, die Füße bewusst zu setzen und dann Schritt für Schritt der ganzen Bewegung nachzuspüren, die beim Gehen so abläuft.
Nicht umsonst war es für die Kybernetiker so schwierig, einem zweibeinigen Roboter so etwas Einfaches, wie einen Waldspaziergang beizubringen.
Spielerisch ging es immer weiter, wir arbeiteten mit dem ganzen Fuß, haben ohne externe Anstrengung die Arme bewegt und den Körper wie von selber gedreht.
Mit einem kleinen einfachen Holzstab in den Händen lernten wir es, im Körper so richtig Gas gegeben und erfuhren nebenher noch über Analogien zu den fünf Elementen, zum Fluss der Energie nach der Traditionellen Chinesischen Medizin und zu den Hauptmeridianen, den Autobahnen, der körpereigenen Energie.
Wie immer stimmt das, was ich spüre und auch der aufgeklärte moderne Mediziner hat dann zumindest in dieser Stunde einen Gallenblasenmeridian.
Auch bei dieser Übungsreihe war ich beeindruckt, wie Ellen es schafft, diese doch recht heterogene und relativ große Gruppe mitzuziehen. Ellens langjährige Unterrichtspraxis war sozusagen greifbar, für mich ein ganzer Sack voll Anregungen.

Die anschließend ausgegebene hervorragende Kürbissuppe war dann eher so etwas wie eine sehr angenehme lebensrettende Maßnahme.

Tai Chi Basics

Die Märzsonne hat es gut gemeint mit uns, ein Mittagsschläfchen schien den meisten von uns danach angemessen, aber Leo hat nicht lockergelassen und uns ganz sanft aber bestimmt auf die TaiChi Basics eingestimmt. Heimspiel – dachte ich.
Leo hat etwas mehr als 20 Jahren TaiChi Erfahrung und dabei probiert er ständig alternative Wege mit der inneren Energie zu spielen ( nein, nicht arbeiten! ).
So kommt er in eine bessere Balance von innerer Vorstellung und äußeren Einflüssen. Dankenswerterweise kann und will er uns an dieser Reise teilhaben lassen.
Das ist ein Glück für uns Teilnehmer und gleichzeitig  Rückmeldung und Bestätigung für ihn.
Die bekannten Übungen, die jetzt angeboten wurden, waren im Kontext dieses ganzen Energie-Tages und angereichert um Leo’s Wissen ganz anders, komplexer aber wiederum auch einfacher nachzuvollziehen. Ich hoffe nur, einen Teil dieser Erkenntnis auch irgendwann einmal zu gewinnen und vermitteln zu können. Na ja, die Waiblinger KursteilnehmerInnen werden mir helfen.

Das anschließende Laufen der Kurzform und unser „Abschluss-Schubsen“ kam mir dann mehr wie eine schöne lange Lockerungsübung vor.  Nichts ist besser, als diese schöne kurze Form entspannt und völlig aufmerksam für das, was da gerade mit dem Körper und außen herum passiert zu laufen.
Und so war es mal wieder einer dieser Kurstage, bei dem man am Abend das Licht auch ausschalten könnte, ohne dass es im Raum merklich dunkler würde.

Ich habe erst nach dem Kurs erfahren, dass TeilnehmerInnen dabei waren, die erst seit ein paar Wochen QiGong praktizieren und völlig gleichberechtigt mit denen trainiert haben, die sich diesen Übungen schon ein paar Tage länger widmen. Wie immer bei solch ausgeglichenen Workshops, kam es mal wieder weniger auf die „Betriebsstunden“ als mehr auf die Sensibilität und die Bereitschaft der TeilnehmerInnen an, sich auf die Angebote und ihre Übungspartner einzulassen, mit der eigenen und der Energie der Übungspartner zu spielen und so ganz eigene Erlebnisse mitzunehmen.

Der Tag, an dem wir an das „Energietor geklopft haben“ war voller Eindrücke und Anregungen.
So voll, dass die Veranstalter beschlossen, im Sommer einen zweitägigen Workshop daraus zu machen.

Auch wenn Malmedy richtig weit weg von Waiblingen ist, möchte ich diesen Folgeworkshop besuchen.
Vielleicht finden sich ja noch ein paar weitere Teilnehmer aus dem Süden.
So können die Inhalte und die Energie schließlich auch ein bisschen besser zwischen den Gruppen hin- und herfließen.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo zusammen,
    etwas verspätet kommt doch noch mein Kommentar.
    Das Treffen in Belgien hat mir seht gut gefallen. Ich habe wirklich nette Menschen kennen gelernt und neue Erfahrungen, vor Allem über Qi Gong, gesammelt. Das Wetter hat auch mitgespielt und den Tag in dieser schönen Landschaft abgerundet.
    Auf ein Wiedersehen freue ich mich.
    Bis dahin liebe Grüße
    Lilo

  2. Ja es war wirklich ein großartiger Tag mit vielen interssanten Aspekten zur Körperwahrnehmung und Verfeinerung des eigenen Körpergefühls.
    Ich freue mich schon auf den nächsten Kurs gerne auch 2 Tage.