Der Sprint zur Impfpflicht

Der beste Schutz vor einer erneuten Ansteckung mit einer Infektionskrankheit ist nun mal eine überstandene Infektion.
Ein Antikörper kennt das ganze Virus, schützt also auch vor den meisten Mutationen.
Eine Covid-19-Impfung schützt vor einer erkannten Spike-Variante.
Mutiert das Virus, hilft auch die verabreichte Impfung nichts, neue Spikes, neue Infektion.
Das eigene Immunsystem ist dann weitgehend abgemeldet.

Jetzt hat das Robert-Koch-Institut den „Genesenen-Status“ von 6 Monaten auf 61 Tage heruntergesetzt.
Eine genesene Person soll nach nicht mal drei Monaten geimpft werden, Antikörper hin oder her.
Warum eigentlich?

Ungeimpfte Abgeordnete des Bundestages werden auf die Galerie geschickt.
So können sie mehr als Zaungäste am Geschehen im Plenarsaal teilnehmen.
Was ist da los, der Plenarsaal ist doch der Arbeitsplatz der Abgeordneten.
Und da gilt doch 3G für Ungeimpfte. Das hat doch das hohe Haus selber beschlossen.
Warum schickt man die ungeimpften Abgeordneten also in die Schnuddelecke und warum schweigen die anderen dazu?

Ein paar nicht konforme Wissenschaftler veranstalten eine öffentliche Pressekonferenz, die auf YouTube übertragen wird.
Der Ton ist sachlich, es geht um Vorschläge, aus der Pandemie auszusteigen, kein Aufruf zum Aufruhr oder ähnliches.
Nach etwas über einer Stunde beendet Youtube mit Hinweis auf Verstoß gegen YouTube-interne Regeln, die Übertragung. Videos von Unfällen mit Verletzungen, betrunken gemachten Tieren und anderen Schwachsinn kann man ungeniert weiter ansehen.
Das Einzige, was die Internetgiganten fürchten sind Einschränkungen von Regierungen, das ist schlecht für das Geschäft.

In der DDR hätte ich mit den Schultern gezuckt, von Russland oder der VR China erwarte ich solche Zensur.
Warum wird diktiert statt sachlich zu bleiben und mit den wenigen kritischen Geistern zu diskutieren?

Es gibt inzwischen mehr Menschen die das nicht verstehen und eine Partei, die ganz andere Ziele hat, die auf dieser Welle mitreitet.
Menschen, die das nicht mehr verstehen gehen Montags ein Stück spazieren.
Sie verzichten bisher bewusst auf politische Statements.
Sie halten, wo immer möglich, Abstände ein und wenn das in Innenstädten nicht geht, tragen sie Masken.
Die Nationalisten biedern sich an, aber die machen eh alles um die Demokratie für ihre Zwecke zu destabilisieren. Im Moment müssen sie nicht mal viel tun. Das ist wirklich eine Gefahr.
Die Landesregierungen verbieten Spaziergänge in Innenstädten und drohen den Teilnehmern mit empfindlichen Geldstrafen.
Welche Gefahr geht eigentlich von Spaziergängern aus, was ist die Grundlage für solche Verbote?

Auf Anschreiben an die öffentlichen Rundfunkanstalten und Fernsehsender wird nicht geantwortet.
Ein Dialog, auch über die Medien findet von Anfang an nicht statt.
Die Überstundenkonten der Polizisten, die Spaziergänger begleiten, Tränengasflaschen hin- und hertragen, Wasserwerfer auf- und wieder wegfahren und filmen gehen durch die Decke.
Dabei geht es vordergründig um die Bekämpfung einer Infektionskrankheit.
Entfernen sich Medien und Regierende immer mehr vom Normalbürger, interessieren sich Journalisten und Administration nur noch für selbst in Auftrag gegebene Statistiken?

Liebe Abgeordnete, Institutswissenschaftler und Medienvertreter:

  • ihre Erfolgsbilanz ist schlecht
  • unsere Ausgaben sind immens
  • die Gesellschaft ist verunsichert und gespalten
  • großen Teilen der Wirtschaft geht es schlecht
  • die Kinder leiden und zahlen die Zeche, so oder so
  • unser Gesundheitswesen wird nicht gestärkt, man verlässt sich lieber auf neuartige Medikamente
  • die Nationalisten bekommen Zulauf und den etablierten Parteien fällt mal wieder nichts dazu ein


Es ist letztendlich immer von Vorteil, Fehler einzugestehen und dabei transparent zu kommunizieren.
Von einer geänderten Bemessungsgrundlage für eine Statistik hat niemand etwas. Selbst der, der die Kurve verändert, macht sich etwas vor und erreicht sein Ziel nicht.

Sollten Sie entscheiden, das Impfen mit neuartigen, gerade mal ein Jahr am Markt befindlichen und damit weitgehend ungetesteten „Impfstoffen“ zur Pflicht zu erheben, ist das nichts Anderes als Körperverletzung.
Andere ausführlich getestete traditionelle Impfstoffe wurden bei viel weniger Impftoten vom Markt genommen.
Selbst wenn man die Anzahl der Impfungen mit allen vorangegangenen Impfungen bisher ins Verhältnis setzt ist die Bilanz der Covid-Impfstoffe mehr als schlecht.
Hier hilft das Studium der RKI-Wochenberichte.

Dabei soll sich jeder mit mRNA-Impfstoffen behandeln lassen, der das möchte und sich damit besser fühlt.
Ungeimpfte BürgerInnen, solche ohne Auffrischung, Menschen mit Antikörpern oder einfach Gesunde mit einem starken Immunsystem unterwerfen sich heute schon den Regeln, die unsere Landesregierungen zu unser aller Schutz vorgeben.
Mit einer Impfpflicht für diese „Medikamente“ verlassen sie dann endgültig den Boden der Realität, der Demokratie sowieso.
Für wen oder was tun Sie das eigentlich?

Auf diese Art „Schutz“, wovor auch immer, kann ich gerne verzichten.
Da wird der Widerstand gegen die Pflicht schlicht zur lebenserhaltenden Maßnahme. 

The Schrott

2017 stellte der „Horizont“ fest, dass Baden Württemberg mit
„Wir können alles, außer Hochdeutsch“
den beliebtesten Spruch aller Bundesländer hat.
An die zugehörigen Fernsehspots erinnere ich mich noch, das waren jahrelang echte Hingucker und Hinhörer.

Heute höre ich unseren Ministerpräsidenten sagen,  das man für „The Länd“ ein Mindestmaß an Humor aufbringen müsse, dass durchaus überall plakatiert werden soll und das das (gefälligst) witzig ist und ausländische Fachkräfte anzieht.
Und unsere Landeshauptstadt setzt mit „the ratskeller“
noch einen drauf.
Vielleicht probieren Sie es mal mit Fachkräften aus der Werberbranche.
Die sind vielleicht nicht besser aber bestimmt günstiger.

„The Länd“ ist zwar nicht ganz so teuer, aber mindestens genauso peinlich und sinnlos wie der Stuttgarter Tiefbahnhof.
Doch passt es schon auch irgendwie zusammen;
teuer peinlich, sinnlos und (Entschuldigung) doof.

Die gelben Plakate sind ein Ärgernis und ein echter Weggucker, hoffentlich bekommt das außerhalb Baden-Württembergs niemand so richtig mit!

Vielleicht nehmen Sie ja nochmal ein paar Millionen in die Hand und lassen diesen Schrott wieder herunterkratzen, wo Sie doch schon mal am Steuergeld aus dem Fenster werfen sind?

Unser SWR

Sehr geehrter Herr Heim,

ich bin ein Fan von SWR1 und dem DLF und ziehe den größten Teil meiner Alltagsinformationen aus Ihren Programmen.

So bin ich auch seit vielen Jahren Hörer der Zusammenfassungen von SWR1-Leute, seit Neuestem im Podcast wunderbar zum Nachhören, ebenso mag ich „Erzähl mir was Neues“ auf langen Autofahrten.
Lange, gut recherchierte Beiträge mit viel Information, Sachverstand und Liebe zum Beruf, da macht das Zuhören einfach Spaß.

Heute möchte ich mich doch mal zum Interview mit Herrn Demmel äußern.

Ich informiere mich neben den Öffentlich Rechtlichen auch schon mal bei „rubikon“, „Ärzte für individuelle Impfentscheidung“ oder anderen nicht staatlich finanzierten Portalen.
Davon bekomme ich keine Depressionen und meine Frau muss mich da auch nicht ‚rausholen, wie das ihrem geschätzten Kollegen passiert ist.
Zum Nazi oder Rassisten bin ich auch noch nicht mutiert, zumindest hat mich noch niemand aus meiner näheren Umgebung dahingehend angesprochen.
Ich traue mir mit Lebenserfahrung und Nachdenken immer noch zu, Demagogen nicht auf den Leim zu gehen, 27 Jahre Schulung als DDR-Bürger tun da sicher ihr Übriges.

Bei Allem halte ich die Alternativlosigkeit, mit der in Sachen Gesundheit von Politik und Pharmaindustrie vorgegangen wird für fahrlässig, ja geradezu für ungesund.
Dabei ist die Berichterstattung zum Infektionsgeschehen und den Folgen einseitig. So mache ich mir zu vielen Aussagen eigene Gedanken, manchmal ist es verblüffend oder auch erhellend, was dabei herauskommt.
Z.B. habe ich, seit ich bei der täglichen Berichterstattung zur gesundheitlichen Lage nicht mehr so genau hinhöre, weniger Angst, als zu Anfang, als ich die Deutung der RKI-Botschaften durch Politik und Medien noch richtig ernst genommen habe.

Ich finde es ein wenig anmaßend, dass Herr Demmel die Deutungshoheit für die Alltagsvorgänge bei sich und seinen KollegInnen sieht.
Ich finde es auch nicht schön, das Kritiker der Maßnahmen der jetzigen Gesundheitspolitik von den meisten Journalisten in das antisemitische, nationalistische, rassistische Lager gesteckt werden, sodass ich mich plötzlich mit Nazis und der AfD in einer Reihe sehe.
Der alte Kempowski hat dieses Phänomen in seinem tollen Buch „Uns geht’s ja noch Gold“ genau so beschrieben und ich hab das in meiner Jugend in der DDR auch genau so erlebt. Da hieß das „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“.

Die blöden E-Mails und Kommentare von Menschen, die jegliches Maß in der Kommunikation verloren haben sind sehr schlimm. Es hat nicht nur Vorteile, wenn man sich beim Reden nicht mehr in’s Gesicht gucken muss und sich ausschließlich virtuell mit Seinesgleichen austauscht.

Ich möchte es mir aber verbitten mit einem verwirrten Mörder in eine Reihe gestellt zu werden.
Das kommt dem, worüber Sie sich berechtigter Weise ärgern, schon sehr nahe.

Also wünsche ich mir von Ihrer Art zu berichten wieder ein wenig mehr Differenzierung.
Wenn dem so ist müssen Sie sich vielleicht auch nicht mehr so viel Murks aus dem Internet aussetzen.
Forscher, Geldverdiener, Politiker und Berichterstatter kommen wieder zusammen und wir können große Herausforderungen tatsächlich gemeinsam angehen.
Alles andere ist nämlich Murks, wenn auch nicht so anstrengend.
Aber manchmal hilft Zurücklehnen und auf die Auffrischungsimpfung warten nicht so richtig.
Bei genauem Hinschauen erkennt man die Anzeichen dafür schon jetzt.

Mit freundlichen Grüßen – Ihr Hörer Jörg Warth aus Waiblingen